Als Abhängigkeiten immer erst bei der Integration auftauchten, statt bei der Planung
Ein skaliertes Programm lief am Ende jedes Increments gegen dieselbe Wand. Die Teams planten nach bestem Wissen und committeten sich auf ihre eigenen Backlogs. Sie stießen dann zusammen, sobald die einzelnen Teile bei der Integration aufeinandertrafen. Ein Signal, das ein Team für stabil gehalten hatte, hatte sich verändert. Eine Schnittstelle, die zwei Teams für gemeinsam hielten, bedeutete auf jeder Seite etwas anderes. Die Retrospektiven nannten das immer wieder ein Kommunikationsproblem und verordneten noch mehr Meetings, doch diese zusätzlichen Meetings änderten sehr wenig. Die tiefere Ursache lag im Planungsprozess selbst. Nichts in diesem Prozess zwang die Teams, ihre Grenzen vor Arbeitsbeginn schriftlich festzuhalten und zu vereinbaren.
Ich übernahm eine Disziplin aus einem Bereich, in dem sie bereits zuverlässig funktionierte. In der AUTOSAR-Entwicklung einigen sich Softwarekomponenten zuerst auf einen Schnittstellenvertrag und entwickeln dann dagegen, eine Gewohnheit, die ihr Zusammenspiel vorhersagbar hält. Dieselbe Idee zog ich eine Ebene höher und wandte sie auf ganze Teams an. Jedes Team behandelte den Arbeitsbereich, den es verantwortete, wie eine exportierte Schnittstelle. Es benannte, worauf andere Teams angewiesen waren, und versionierte diese Punkte. Es sagte außerdem klar, welche Teile zugesichert und welche noch im Fluss waren. Das Mapping der Abhängigkeiten wanderte so aus dem Nebengespräch in die Mitte der Planung. Der Vertrag zwischen den Teams wurde zur Einheit, die jede Teamgrenze überschritt.
Die schwierigsten Gespräche rückten früher in den Zyklus, also genau dorthin, wo ein Engineering-Programm sie haben möchte. Meinungsverschiedenheiten, die früher bei der Integration auftraten, geschahen nun während der Planung. Die richtigen Leute saßen noch zusammen und hatten Zeit, sie zu klären. Die Integration war nicht länger der Ort teurer Überraschungen. Das Framework blieb dabei dasselbe, und die Verbesserung entstand daraus, den Vertrag zwischen den Teams zu einem sichtbaren Artefakt mit klarer Verantwortung zu machen. Nichts davon erforderte ein neues Tool oder eine Reorganisation. Das ist meist der beruhigendste Teil für die Menschen, die für die Beratung zahlen.